Kindle: Geld verdienen mit E-Books auf Amazon

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Hallo liebe Leser,

das Geld verdienen mit E-Books beziehungsweise mit Online-Texten ist eines der vielfältigen Themen von Selbständig 2.0. Dazu ist hier auch schon der eine oder andere Artikel erschienen. Darunter der Beitrag “E-Books verkaufen und Geld verdienen mit iBooks und dem Kindle von Amazon“.

Zu letzterem, dem Kindle und dem Kindle Direct Publishing, habe ich heute die Ehre Ihnen einen Erfahrungsbericht, ein “lebendes Beispiel” zu präsentieren, in dem die Autorin Kirsten Wendt, ihre ersten Gehversuche auf dem E-Book-Markt von Amazon schildert.

Mein erstes Kindle E-Book auf Amazon – ein Erfahrungsbericht von Kirsten Wendt

Kürzlich habe ich mein erstes E-Book veröffentlicht – und ich bin schwer begeistert. Dass es einfach ist, habe ich zuvor zwar gehört, aber ich wusste ja nicht, ob es auch wirklich klappt. Hier berichte ich von meinen Erfahrungen.

E-Book oder richtiges Buch – beides macht Spaß

Bei einem Schreibwettbewerb habe ich vor einigen Monaten einen Amazon Kindle eReader gewonnen. Eigentlich war ich viel schärfer auf den ebenfalls gewonnenen Verlagsvertrag. Doch den Reader gab es umgehend – die Veröffentlichung der anderen, verlegten Geschichte dauert länger.

Was soll ich mit so einem Reader, fragte ich mich. Ich liebe Bücher, ein ganzes Zimmer in unserem Haus ist mit Büchern vollgestopft. Wie jeder E-Book-Skeptiker dachte ich an das sinnliche Erlebnis beim Betreten einer Buchhandlung, dem Aufschlagen eines noch jungfräulichen Hardcovers und den Freuden eines neuen Taschenbuchs für die nächste Bahnfahrt.

Na gut, wo ich schon einmal solch ein Ding gewonnen hatte, meldete ich es also auch an. Und kaufte mir ein E-Book auf Amazon – ich war auf der Stelle angefixt. Wie leicht so ein Reader in der Handhabung ist! Wunderbar im Bett auf der Seite liegend zu lesen! Müde Augen müssen nicht angestrengt starren, sondern durch einfaches Verändern der Schriftgröße kann man selbst entscheiden, ob man in Fibel-Manier lesen möchte oder seine Adleraugen bemüht.

Die Vorteile als Selbstverleger eines E-Books

Eines meiner ersten erworbenen E-Books war der Ratgeber “Wie veröffentliche ich ein E-Book auf amazon.de?” von Wilhelm Ruprecht Frieling, den ich zuvor durch andere Arbeiten bereits kennen gelernt habe. Dort erfuhr ich auch von Amanda Hocking, der ersten Kindle-Millionärin aus den USA. Diese Altenpflegerin hatte die Nase voll davon, mit ihren Manuskripten von allen Verlagen abgelehnt zu werden. Sie verlegte ihre Bücher einfach selbst und konnte bereits nach einem viertel Jahr ihren Job an den Nagel hängen. Prima, das hört sich nach einem nachahmenswerten Plan an!

Zwar befindet sich das ganze E-Book-Geschehen in Deutschland noch in den Kinderschuhen, doch warum nicht von Anfang an dabei sein? Ich guckte nach rechts und links, sah andere Veröffentlichungsmöglichkeiten und probierte es auf Amazon aus – genau wie Amanda Hocking, allerdings mit dem Unterschied, dass ich es noch gar nicht mit Verlagen versucht habe. Ich finde es vorerst sehr attraktiv, dass ich blitzschnell veröffentlichen kann, mir nicht reinreden lassen muss und vor allem selbst bestimmen kann, wie viel Geld ich verdiene. Ein nicht unerheblicher Aspekt!

Lektorat oder alles alleine erledigen beim E-Book – Sorgfalt ist wichtig

Mir war schnell klar, dass ich meinen ersten Testlauf mit einem Thema versehe, bei dem ich mich gut auskenne. Meine Migräne-Ratschläge auf Suite101.de sind von Anfang an sehr beliebt gewesen und erfreuen sich einer großer Fangemeinde. Darüber eine kurze Geschichte zu schreiben, erschien mir sowohl relativ einfach als auch erfolgversprechend.

Innerhalb einer guten Woche stand der Text mit 10.600 Wörtern. Ausgiebiges Rumfeilen in der nächsten Woche rundete den Inhalt ab, sodass meine persönliche Note auch wirklich zu finden ist. Ich las und las und fand keinen Fehler mehr. Kein Lektorat, beschloss ich todesmutig – sehr zum Unmut mancher gestandener Autoren, die solch ein Prozedere gerne unprofessionell und vor allem dämlich finden. Sie vergessen allerdings, dass man seine Datei auf Amazon immer wieder neu hoch laden kann. Es dauert dann zwar etwa einen halben Tag, bis die aktualisierte Version erscheint, aber nach außen bemerkt niemand etwas.

Selbstverständlich hatte auch ich kurz nach der Veröffentlichung noch zwei fiese Fehler im Text, schwitzte und fluchte – doch davon bekam vermutlich kaum jemand etwas mit. Bei den drei oder vier Käufern der ersten Stunden entschuldige ich mich hiermit für zwei Buchstabenunglücke!

Das Cover beim Amazon Kindle E-Book „Migräne ist ein doofer Kopfmann“

Das Cover ließ ich mir allerdings von einem Profi gestalten, den ich ebenfalls durch das Online-Publishing bereits kannte. Ich schickte das Manuskript an Wolfgang Schwerdt, der sich die Story zu Gemüte führte und mich um Fotos meiner Wenigkeit bat. Dann bastelte er mir mein passendes Deckblatt und fertig war der erste Eindruck meines Kindle-Babys “Migräne ist ein doofer Kopfmann – Vom Leben mit dem Gewitter im Kopf“. So wie es aussieht, brauche ich nicht allzu lange, um die Kosten für die Covergestaltung wieder rauszuhaben.

Absatz, Zeileneinzug und Layout bestimmen das Lesevergnügen mit

Was mir bisher beim Lesen meiner gekauften E-Books aufgefallen war, waren die verschiedenen Arten des Schriftbildes. Solch ein Reader ist eben doch ganz schön klein und man muss häufiger umblättern als in einem richtigen Buch. In manchen E-Books nerven mich entweder die fehlenden Absätze beziehungsweise Einzüge – oder aber die zu großen Absätze, sodass man ständig umblättern muss. Bei der Formatierung seines eigenen Textes (ich habe es ganz simpel in Word geschrieben) ist man auf sich gestellt. Es empfiehlt sich also, vorher einige E-Books auf dieses Kriterium hin durchzublättern und sich viel Mühe beim eigenen Buch zu geben.

Den Preis eines E-Books auf Amazon legt der Autor selbst fest

Um auf Amazon sein Kindle E-Book zu veröffentlichen, bedarf es einiger Häkchen und Kniffe, die man bestimmt auch ohne Ratgeber bewältigen kann. Doch ich hätte es ohne das eingangs erwähnte Werk nicht so zügig und problemlos geschafft. Noch ist die Preisgestaltung auf amerikanische Verhältnisse ausgelegt – und wenn man nicht aufpasst, entstehen merkwürdige Endpreise von beispielsweise 2,83 Euro.

Der günstigste Verkaufspreis liegt bei 0,99 Cent. Ich habe mich für einen Preis von 1,50 Euro entschieden, für den es für mich eine Tantieme des Nettopreises von 35 % gibt. Das heißt im Klartext, ich verdiene mit dem Verkauf jedes meiner Bücher 0,45 Cent. Ich hätte auch einen höheren Preis einsetzen können – bei nur ein paar Euro mehr wäre eine Tantieme von 70 % drin gewesen. Doch als unbekannter Autor und einer eher geringen Dateigröße macht es Sinn, erst einmal niedrig anzusetzen und sich einen guten Namen zu machen.

Ohne Werbung für das elektronische Buch geschieht gar nichts

Nachdem ich etwa eine Stunde beschäftigt war, damit auch ja keine Fehler passieren, ging das Werk in die Pipeline. Es könnte 48 Stunden dauern, sagte mir Amazon – doch bereits nach kurzer Zeit war es bereits zu sehen und zu kaufen: mein erstes, selbstverlegtes E-Book. Sofort teilte ich es bei Facebook, zwitscherte es auf Twitter und ließ meine Freunde wissen, dass ich es getan habe. Etwas zeitverzögert ist dann in einer Berichtszeile auf Amazon stets zu verfolgen, wie viele Bücher man verkauft hat. Wöchentliche Abrechnungen gibt es ebenfalls ordentlich.

Meine Freunde und Bekannten halfen sehr bei der Verbreitung und Werbung für meinen Kopfmann – selbstverständlich, nachdem sie ihn gelesen hatten. So schrieb Sigrid Ruth Stephenson einen Artikel auf Ratschlag24, Christian Dörr rezensierte auf Suite101 und Frederik Weitz bloggte auf unserem Autoren-auf-Kindle-Blog. Hinzu kamen schnell und stetig Rezensionen auf Amazon direkt sowie weitere Blogs und Gruppenbeiträge in unterschiedlichen sozialen Netzwerken.

Etwas tun muss man selbst unbedingt, doch besonders effektiv ist es natürlich, wenn komplett Außenstehende das E-Book entdecken, bewerten und verbreiten. Als meines in Migräne-Foren landete, war das umgehend zu spüren und die Verkaufszahlen schnellten in die Höhe. Inzwischen ist mein Buch seit drei Wochen auf dem Markt und ich habe um die 100 Stück verkauft. Damit bin ich bei diesem Nischenthema sehr zufrieden.

Es muss nicht unbedingt ein Kindle sein – besser ist es aber schon

Viele Leuten sagen mir, dass sie das Buch sofort kaufen würden, wenn es als richtiges Buch im Handel wäre, gerne auch für viel mehr Geld. Denen gebe ich zur Antwort, dass sie nicht zwingend einen E-Reader benötigen, sondern auch direkt am PC lesen können. Wer Windows 7, Vista oder XP auf seinem Rechner hat, kann also auch „kindlen“. Ebenso Android, iPhone, iPad und weitere Anwendungen.

Doch klar, der Reader selbst ist das Optimum. Noch herrscht eine große Skepsis und ein E-Book wird häufig als minderwertig angesehen. Mir ist das egal, denn ich bin überzeugt vom Inhalt meines Erstlings und habe bisher nur gute bis sehr gute Resonanzen erhalten. Ich bekomme Leserbriefe, Pinnwandeinträge und werde um eine Fortsetzung gebeten.

Selbstverlegte E-Books sind stark im Kommen – das liegt auch am Preis

Besonders für kürzere Sachen eignet sich ein selbst verlegtes E-Book meiner Meinung nach sehr gut. Längere Romane werde ich lektorieren lassen und somit auch mehr Geld investieren. Allerdings setze  ich dann auch einen höheren Verkaufspreis an. Doch wenn ich teilweise sehe, was bekannte Autoren und ihre Verlage so auf das E-Book bringen, da müssen sich No-Names wie ich nicht schämen: schludrige Seitenumbrüche, unübersichtliche Absätze, mangelhafte Silbentrennungen. Auf all so etwas sollte man doppelt und dreifach achten, damit man eine feste Stammleserschaft erhält, die sowohl Inhalt als auch Verpackung schätzt.

Ich schreibe gerade an meinem nächsten E-Book. Diesmal wird es eine Serie werden und nichts mit Migräne zu tun haben. Die Fortsetzung des Kopfmanns folgt im Frühling. Bis dahin bin ich sehr gespannt auf das Weihnachtsgeschäft. Derzeit stehe ich mit meinem Büchlein auf der Startseite von Amazon Kindle und habe Daniela Katzenbergers Autobiografie von Platz 1 verdrängt. In der Kategorie Schmerzen und Behandlungen stehe ich auch auf Platz 1, jedoch ist das keine große Kunst, wenn kaum Konkurrenz vorhanden ist.

Mal schauen, wie sich das alles entwickelt – ich bin überzeugt von diesem Modell, denn es ist transparent, logisch und effektiv. Als Buch in Papierform möchte ich meinen Kopfmann aber trotzdem gerne eines Tages verkaufen – zusätzlich zum E-Book.

Sie haben Interesse einen Gastartikel auf Selbständig 2.0 zu veröffentlichen? Dann senden Sie mir doch einfach eine E-Mail mit kurzer Vorstellung und Artikelideen an sperengi@gmx.de.

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Posted by Mathias Kempowski   @   21 November 2011 4 comments
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4 Comments

Comments
Nov 21, 2011
11:34

Bravo, Kirsten! Flott, flüssig, aufschlussreich! Du bist auf einem guten Weg!

Nov 21, 2011
11:55

Danke für den aufschlussreichen Beitrag mir gefällt Dein Schreibstil.

Nov 26, 2011
16:43
#3 Gastkommentar :

Netter Beitrag, es ist nur schade, dass die “Autorin” sich an ihre eigenen Tipps, die sie hier verlauten lässt, nicht hält. Schon bei der Leseprobe fällt auf, dass fast alles in einem Wust geschrieben ist, ohne einen einzigen Absatz (Absatz = Leerzeile dazwischen!).

Es ist das, was in Zukunft echt problematisch für die Leser werden wird: Jeder darf publizieren – also wirklich JEDER – ob er davon Ahnung hat oder nicht; und keiner kontrolliert vorher die Qualität. “Todesmutig” ist hier der richtige Ausdruck – ohne Lektorat ist es für die Leser oft unzumutbar. Und was hilft da eine Überarbeiten-Funktion bei Amazon, wenn die vermeintlichen Top-Autoren der Zukunft diesen Berufszweig nur vom Hörensagen her kennen. Lektorat hat nicht nur etwas mit Zeichensetzung oder Rechtschreibung zu tun. Ich bin mir nahezu sicher, dass die Autorin ihre Fehler in dem von ihr hier verfassten Beitrag nicht finden würde. Das muss sie auch nicht – aber in einer Veröffentlichung, für die Menschen Geld bezahlen, sollten sich eben Profis um diese Dinge kümmern.
Die Möglichkeit, unkontrolliert alles zu veröffentlichen, wonach einem gerade der Sinn steht, macht den E-Book-Markt dermaßen unüberschaubar, dass es für die Kunden kaum möglich sein wird, die wirklich guten Häppchen zu finden.
Und wenn dann noch – wie bei Amazon üblich – die Rezensionen hauptsächlich von Verwandten oder anderen Gönnern verfasst werden, ist dies noch mehr ein Verrat am Kunden. (Der letzte Abschnitt soll auf Amazon im Allgemeinen bezogen sein, nicht auf diesen speziellen Fall hier).
Nichts für ungut, aber ich sehe im E-Book-Boom einen rasanten Verfall der Qualität auf uns zurollen. Und das ist sehr schade.

Nov 27, 2011
11:33
#4 @Gastkommentar :

Das ist ein kluge Kommentar, und ich mag ergänzen: Wer wie die Autorin Unterschiede macht zwischen Roman und kleineren Sachen, wer also durch die Blume oder in deutlichen Worten zu verstehen gibt, ihr oder ihm sei es egal, was Rechtschreibung und Grammatik betrifft, disqualifiziert sich. Ich denke, die “Autorin” wird noch durch ein bitteres Tal gehen, in dem ihr einiges an fehlender demut gegenüber der eigenen Arbeit beigebracht werden wird.

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